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Mechatronik


allgemeine Informationen zur Feinwerktechnik

[Qualifikationsziele] [Einsatzmöglichkeiten] [Wer soll sich bewerben?] [Studienangebot und -aufbau]

Was ist eigentlich Mechatronik?

Das Kunstwort "Mechatronik" ist aus den Bezeichnungen Mechanik Elektronik Informatik zusammengesetzt:

Mechanik Elektronik Informatik.

Der Begriff wurde zuerst in Japan geprägt, mittlerweile findet er international breite Akzeptanz. Mechatronik wird zum einen als Disziplin zum anderen als Bezeichnung für Ausbildungsgänge verstanden. Bei den Ausbildungsgängen wird wiederum zwischen berufsbildender Lehrausbildung und Hochschulausbildung unterschieden.

Als fachübergreifende Disziplin führt Mechatronik Spezialwissen aus Einzelbereichen in allen Phasen eines Entwicklungsprozesses zusammen, um als Resultat "intelligente" Maschinen, Geräte oder Systeme zu erhalten. Die Mechatronik ist, für viele unbewusst, bereits heute Bestandteil unseres Alltags: Das Produktspektrum reicht von der Konsumelektronik (Videorecorder, Kameras, CD- Player usw.) bis hin zur Robotik (Erstellung vollautomatischer Fabriken). Aber auch komplexe medizintechnische Geräte (Herzschrittmacher, invasive Pumpen etc.) oder moderne Bauteile von Kraftfahrzeugen (ABS, Airbag usw.) lassen sich diesem Begriff zuordnen. In naher Zukunft wird eine starke Expansion des Marktes für "mechatronische" Produkte erwartet. Sichtbar wird diese Entwicklung an Geräten (z.B. Kameras), die sich binnen weniger Jahre von "passiven" mechanischen Apparaten hin zu komplexen intelligenten System gewandelt haben.

Mechatronik wird auch als Denkweise verstanden: "Systemdenken", breites interdisziplinäres Grundwissen sowie die Fähigkeit zur Teamarbeit zeichnen Ingenieurinnen und Ingenieure dieser Fachrichtung aus.

Am Fachbereich Feinwerktechnik in Wilhelmshaven liegen langjährig bewährte Erfahrungen in der frühzeitigen Verzahnung der angesprochenen Lehrgebiete vor. Insofern war es konsequent einen Diplomstudiengang Mechatronik einzurichten. Der Ansatz Mechatronik aus einem feinwerktechnisch geprägten Umfeld zu entwerfen, kommt dem interdisziplinären Anspruch dieser Fachrichtung besonders nahe.

Welche Qualifikationsziele verfolgt der Studiengang Mechatronik?

Ziel des Studienganges ist es, Studierende zu einem anerkannten Studienabschluss zu führen, der es ihnen ermöglicht, neuartige Produkte zu entwickeln, in die die neuesten Entwicklungen aus der Informatik, der Mechanik und der Elektronik einfließen.

Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums werden die Absolventinnen bzw. Absolventen in der Lage sein:

Dot Mit Teamfähigkeit Bereiche wie Mechanik, Elektrotechnik und Informatik in Verbindung zu setzten und diese ganzheitliche Sichtweise fruchtbringend in die berufliche Praxis einzubringen;
Dot mit nachhaltigen Grundlagenausbildung in Mathematik und Naturwissenschaften für das "Lebenslange Lernen" gut gerüstet zu sein;
Dot über Kenntnisse der Eigenschaften, des Einsatzes und Gebrauchs von Werkstoffen und elektronischen Bauelementen zu verfügen;
Dot mit Methodenkompetenz die Entwicklung und Konstruktion von Produkten und Prozessen voranzutreiben;
Dot mit experimentellen, analytischen und numerischen Methoden Simulationen im mechatronischen Umfeld durchzuführen;
Dot Werkzeuge der Computertechnologie zu beherrschen und darüber hinaus Steuerungsschaltungen entwickeln, simulieren und fertigen zu können;
Dot über sprachliche, schriftliche und grafische Kommunikationstechniken zu verfügen, insbesondere unter Zuhilfenahme moderner Informationstechnologien;
Dot Aufgaben in der Praxis mit Motivation, Einfallsreichtum und Kostenbewusstsein anzugehen, sich dabei aber immer der gesellschaftlichen Verantwortung der Ingenieurin bzw. des Ingenieurs bewusst zu sein.

Welche Einsatzmöglichkeiten haben Sie und wie sieht das spätere Berufsbild aus?

Aufgabenbereiche für Ingenieurinnen und Ingenieure der Fachrichtung Mechatronik finden sich sowohl in der mittelständischen als auch in der Großindustrie. Überall wo "moderne" Produkte hergestellt werden oder wo komplexe technische Systeme entwickelt oder gewartet werden, sei es im Bereich der

Dot Konsumgüterindustrie (Waschmaschinen, Kameras etc.), der
Dot Medizintechnik (Herzschrittmacher, Geräte der Intensivmedizin etc.), der
Dot Transportindustrie (Flugzeug, Auto, Bahn)
Dot Investitionsgüterindustrie (Automatisierungstechnik, Robotik)
Dot Wartung und Instandhaltung

finden sich entsprechende Arbeitsfelder. Diese Industriezweige und viele andere mehr signalisieren für die Zukunft einen starken Bedarf an Fachpersonal. Ingenieure der Fachrichtung Mechatronik sind aufgrund ihrer interdisziplinären Ausbildung sehr flexibel einsetzbar und besonders gut für diese Zukunftsaufgaben gerüstet.

So vielfältig wie die Aufgabenfelder sind auch die Tätigkeitsbereiche

Dot Entwicklung, Konstruktion, Montage, Fertigung und Produktion
Dot Systemplanung, Projektierung,
Dot Prüffeld, Betriebsführung und Überwachung, Inbetriebsetzung
Dot Vertrieb, Kundendienst und Beratung.

Die Chancen angehender Mechatronikerinnen und Mechatroniker auf dem Arbeitsmarkt gelten derzeit und für die Zukunft als ausgezeichnet. Nicht zuletzt stehen den Absolventen und Absolventinnen durch die intensivierten Ausbildungsteile in der Informatik Berufsfelder in der gesamten EDV- orientierten Branche offen.

Wer sollte sich für den Studiengang Mechatronik bewerben?

Zunächst alle, die Spaß an moderner Technik haben und die sichere Perspektiven für die Zukunft suchen. Mechatronik ist kein "dünnes Brett". Neben Interesse sollte daher auch Arbeitsbereitschaft und ein gewisses Maß an Begabung in Mathematik und Technik vorhanden sein (Keine Angst, die meisten schätzen ihre Begabung als zu gering ein!). Interessant ist dieser Studiengang zum einen für Studierende mit Fachoberschulabschluss und Lehrausbildung (Feinmechaniker/in, Mechatroniker/in, Elektroniker/in usw.), da bei ihnen bereits ein großer Praxisbezug durch Vor-Ausbildung vorhanden ist, zum anderen für Abiturienten und Fachabiturienten, die eine zukunftssichere Ingenieursausbildung mit ganzheitlichem und generalistischem Anspruch anstreben.

Wie sieht das Studienangebot aus?

Wie alle anderen Studiengänge des Fachbereichs Feinwerktechnik gliedert sich der Diplomstudiengang Mechatronik in ein Grundstudium mit 3 Semestern und in ein Hauptstudium mit 5 Semestern.

Im Grundstudium (Semester 1 bis 3) werden die Grundbausteine dieses Fachgebietes wie Mathematik, Datenverarbeitung, Elektrotechnik, Mechanik, Physik, Werkstoffkunde, Messtechnik, Konstruktion und Fertigung vermittelt. Der Fachbereich empfiehlt, während dieser Zeit im Hinblick auf die Internationalisierung des Arbeitsmarktes, die englischen Sprachkenntnisse zu schulen bzw. zu vertiefen. Das Grundstudium wird mit einer Zwischenprüfung (Vordiplom) abgeschlossen.

Im Hauptstudium (Semester 4 bis 8) werden den Studierenden durch starke Modularisierung viele Wahlmöglichkeiten eröffnet. Studienschwerpunkte können somit nach Neigung und Berufsaussichten gesetzt werden. Im Pflichtprogramm stehen Fächer der Technischen Datenverarbeitung und der Automation. Als wählbare Module werden zunächst die Fachgebiete Mikrotechnologie, Fertigungstechnik, Optik, Qualitätssicherung und Konstruktion angeboten. Im Lehrplan sind weiterhin Lehrveranstaltungen, die die Kommunikations- und Teamfähigkeit fördern, eingearbeitet. Weitere Module sind in Planung.

Im 5. und 8. Fachsemester sind Praxissemester in der Industrie vorgesehen (im 8. Semester als Diplomarbeit). Praxissemester im Ausland werden vom Fachbereich ausdrücklich empfohlen und unterstützt. Hier kann dieser Studiengang von den guten Erfahrungen aus dem "Nachbarstudiengang" Biomedical Engineering profitieren.

Der Studiengang Mechatronik ist auf die anderen Studiengänge des Fachbereichs abgestimmt , so dass Transfermöglichkeiten bis zum 4. Semester ohne Zeitverlust möglich sind. Die einzelnen Fächer sind nach dem ECTS (European Credit Transfer System) bewertet und beschrieben, so dass auch Fächer, die an anderen Hochschulen im In- oder Ausland absolviert werden, unbürokratisch wechselseitig anerkannt werden können.

Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums wird der Titel Dipl.-Ing. (FH) vergeben, der insbesondere in der Industrie hoch anerkannt ist. International ist dieser Titel mit einem "hochwertigen" Bachelor vergleichbar (B.Sc. with honors, B.Eng. with thesis etc.).

Aufbau des Hauptstudiums:

(für Vorlesungsinhalte siehe Vorlesungsverzeichnis)

Lehrveranstaltung 4. Semester
V/L
6. Semester
V/L
7. Semester
V/L
ECTS-Credits
Echtzeitdatenverarbeitung   2/1   3
Elektrische Meßtechnik 4/1     5
Schnittstellen und Bussysteme 2/0     2
Systemnahe Programmierung 2/1     3
Aktorik 2/1     3
Hydraulik und Pneumatik     3/1 4
Regelungstechnik 4/1 4/1   5
Sensorik   2/1   3
Steuerungstechnik 3/1     4
Recht     2/0 2
Technikfolgenabschätzung   4/0   4
Projekt Mechatronik     1 5
Wahlpflichtblöcke (es müssen mind. 2 von 5 Blöcken gewählt werden)
Mikrotechnik 10 mindestens 47 Credits
Fertigungstechnik 11
Optik und Sensorik 12
Qualität und Instandhaltung 14
Konstruktion 8
Wahlpflichtfächer nach Auswahl

Für das 5. Semester ist das Praxissemester vorgesehen, und im 8. Semester wird die Diplomarbeit angefertigt.


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