Feinwerktechnik
allgemeine Informationen zur Feinwerktechnik
[Qualifikationsziel] [Einsatzmöglichkeiten]
[Wer soll sich bewerben?] [Studienangebot
und -aufbau]
Was ist eigentlich Feinwerktechnik?
Vielen ist nicht bewusst, dass die Feinwerktechnik Bestandteil unseres
modernen Alltages ist. Geräte wie z.B. CD-Player oder Mobiltelefone
werden meistens dem Begriff "Informationstechnologie" zugeordnet. Doch
wer entwickelt diese Geräte? Wer führt die unterschiedlichen
Komponenten zu einem funktionierenden System zusammen? Hier sind die Kenntnisse
der Feinwerkingenieurinnen und -ingenieure gefragt. Landläufig wird
zwar der Begriff Feinwerktechnik immer noch auf Uhren, Spielzeug oder Büromaschinen
reduziert. Tatsächlich ist sie aber eine Disziplin, die viel umfassender
ist und die Gebiete Mechanik, Elektronik, Werkstofftechnik, Optik und Datenverarbeitung
zu einer einheitlichen Fachrichtung verschmilzt.
Es ist schwer, die Feinwerktechnik zu den Nachbardisziplinen abzugrenzen,
um so mehr , als sie entsprechend den technologischen Entwicklungen einem
laufenden Wandel unterworfen ist. Moderne Produkte und Geräte aus
dem Bereich der Mikroelektronik, Optik, Mikrofertigung erfordern neuartige
Fertigungsmethoden wie z.B. Laserbearbeitung, Aufdampftechnik, Photolithographie,
die in den klassischen Ingenieursdisziplinen nicht vermittelt werden. Hier
bewährt sich Feinwerktechnik als eigenständige Disziplin, die
klassische Konstruktions- und Entwicklungslehre mit neuartigen Fertigungsmethoden
verknüpft.
Am Fachbereich Feinwerktechnik in Wilhelmshaven wird der Studiengang
Feinwerktechnik mit den Studienrichtungen Mikro- und Feinwerktechnik und
Kunststofftechnik geführt. In der Richtung Mikro- und Feinwerktechnik
werden auf einer soliden Grundlagenausbildung Schwerpunkte der modernen
Fertigungsmethoden in der Mikrotechnik vermittelt. In der Kunststofftechnik
steht die Ausbildung in Richtung Geräteentwicklung sowie Betriebs-
und Fertigteilkonstruktion mit Schwerpunkt der Kunststofftechnik im Vordergrund
Was unterscheidet die Feinwerktechnik von der Mechatronik,
einem anderen Studiengang am gleichen Fachbereich? Beides sind Disziplinen,
die aus dem Zusammenführen unterschiedlicher ingenieurwissenschaftlicher
Gebiete entstanden sind. Bei der Feinwerktechnik steht die Geräte-
und Produktentwicklung im Vordergrund, während in der Mechatronik
verstärkt Kenntnisse über Systeme vermittelt werden. In Fachinhalten
ausgedrückt: während in der Feinwerktechnik die Vermittlung von
Lehrinhalten aus den Gebieten Werkstoffkunde, Chemie, Kunststofftechnik
und Konstruktionslehre verstärkt ist, sind dies bei der Mechatronik
Inhalte aus dem großen Gebiet der Daten- und Informationsverarbeitung.
Welche Qualifikationsziele verfolgt der Studiengang
Feinwerktechnik?
Ziel des Studienganges Feinwerktechnik ist es Studierende zu einem anerkannten
Studienabschluss zu führen, der es Ihnen ermöglicht, insbesondere
in der "Hoch Technologie" Industrie Führungsaufgaben auf den Gebieten
Entwicklung und Konstruktion zu übernehmen.
Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums werden Absolventen und Absolventinnen
in der Lage sein:
 |
Technische Problemlösungen zu finden, in die Kenntnisse aus allen
Disziplinen der Ingenieurwissenschaften einfließen |
 |
Mit nachhaltiger Grundlagenausbildung in Mathematik und Naturwissenschaften
für das "Lebenslange Lernen" gut gerüstet zu sein, |
 |
Kenntnisse aus der Elektrotechnik, Messtechnik und Sensorik einzusetzen,
um vielfältige Aufgaben auf den Gebieten der Prüfung, Überwachung
und Forschung lösen zu können |
 |
Über Kenntnisse der Eigenschaften unterschiedlichster Bauelemente
Materialien und Werkstoffe zu verfügen |
 |
mit Methodenkompetenz Produkte zu konzipieren, sie unter systematische
Gesichtspunkten zu konstruieren und bis hin zur Fertigungsreife zu entwickeln
und dabei moderne Werkzeuge aus dem Bereich der C-Techniken gewinnbringend
zu nutzen |
 |
mit Teamfähigkeit und Grundkenntnissen aus der Steuerungs- und
Regelungstechnik sowie der Informationsverarbeitung komplexe technische
Systeme zu entwickeln. |
 |
mit experimentellen, analytische und numerischen Methoden Simulationen
im Umfeld der modernen Fertigungstechnik durchführen zu können, |
 |
über sprachliche, schriftliche und grafische Kommunikationstechniken
zu verfügen, insbesondere unter Zuhilfenahme moderner Informationstechnologien; |
 |
Aufgaben in der Praxis mit Motivation, Einfallsreichtum und Kostenbewusstsein
anzugehen, sich dabei aber immer der gesellschaftlichen Verantwortung der
Ingenieurin bzw. des Ingenieurs bewusst zu sein. |
Welche Einsatzmöglichkeiten haben Sie und wie
sieht das spätere Berufsbild aus?
Ingenieure und Ingenieurinnen der Fachrichtung Feinwerktechnik finden ein
außergewöhnlich breites Feld an beruflichen Einsatzmöglichkeiten.
Zum einen ist ihre spezielle Ausbildung gerade auf moderne Zukunftstechnologien
ausgerichtet, zum anderen eröffnet ihnen ihr breites interdisziplinäres
ingenieurwissenschaftliches Hintergrundwissen ein Höchstmaß
an Flexibilität in der Berufswahl. Insbesondere finden sich Aufgabenfelder
im Bereich der
 |
Konsumgüterindustrie (hier reicht das Spektrum von Haushaltsgeräten
bis hin zu Computern) |
 |
Halbleiterindustrie (Mikrofertigung , Reinraumtechnologie , Chipherstellung) |
 |
Optische Industrie (Kameras, Lasergeräte, Messgeräte) |
 |
Messgeräteindustrie (Fertigungsmesstechnik, Waagenindustrie, Geräte
zur chemischen Analyse usw.) |
 |
Zulieferindustrie ( Bauteile für den Automobilbau, für die
Elektrotechnik usw.) |
 |
Investitionsgüterindustrie (Geräte der Automatisierungstechnik) |
 |
In der Forschung (z.B. in Großforschungszentren, Universitätsinstituten
oder Behörden) |
 |
Aber auch in klassischen Industriezweigen wie z.B. der Kfz-Industrie,
Flugzeugbau usw. |
Diese Liste ist beispielhaft. Aber alle angesprochenen Bereiche signalisieren
für die Zukunft einen starken Bedarf an Fachkräften. So vielfältig
wie die Aufgabenbereiche sind auch die Tätigkeitsfelder:
 |
Konstruktion und Produktentwicklung |
 |
Projektmanagement und Systemplanung |
 |
Qualitätssicherung, Überwachung |
 |
Vertreib, Kundendienst und technische Beratung |
In allen diesen Tätigkeitsfeldern stehen nach Auskunft der Industrie
in der Zukunft Führungsaufgaben mit entsprechend guter Bezahlung zur
Verfügung
Wer sollte sich für den Studiengang Feinwerktechnik
bewerben?
Feinwerktechnik als Studiengang ist für diejenigen interessant, die
ihre berufliche Zukunft im Bereich moderner Technologien suchen. Zugegeben
das Studium ist nicht einfach und es erfordert wie alle Ingenieurstudiengänge
intensives Arbeiten während des Studiums. Aber diese Arbeit wird belohnt.
Auf die erfolgreichen Absolventen und Absolventinnen warten Arbeitsplätze,
die ein Höchstmaß an Zufriedenheit (das ist aus Umfragen belegt!)
bieten und das bei besten Verdienstaussichten.
Insbesondere ruft der Fachbereich junge Frauen auf, sich für den
Studiengang Feinwerktechnik zu bewerben. Einerseits haben wir bereits im
Vergleich zu anderen technischen Studiengang einen sehr hohen Frauenanteil.
Andererseits erscheint er uns noch viel zu niedrig, im Hinblick auf die
interessanten Tätigkeitsfelder und die sehr guten Zukunftsaussichten.
Wie sieht das Studienangebot aus?
Wie alle anderen Studiengänge des Fachbereichs Feinwerktechnik gliedert
sich der Diplomstudiengang Feinwerktechnik in ein Grundstudium
mit 3 Semestern und in ein Hauptstudium mit
5 Semestern.
Im Grundstudium (Semester 1 bis 3)
werden die Grundbausteine dieses Fachgebietes wie Mathematik, Datenverarbeitung,
Elektrotechnik, Mechanik, Physik, Chemie, Werkstoffkunde, Messtechnik,
Konstruktion und Fertigung vermittelt. Der Fachbereich empfiehlt, während
dieser Zeit im Hinblick auf die Internationalisierung des Arbeitsmarktes,
die englischen Sprachkenntnisse zu schulen bzw. zu vertiefen. Das Grundstudium
wird mit einer Zwischenprüfung (Vordiplom) abgeschlossen.
Im Hauptstudium muss zwischen zwei Studienrichtungen
: Mikro- und Feinwerktechnik und Kunststofftechnik entschieden werden.
Während die erste Richtung durch Fächergruppen wie Automation,
Mikrotechnologie Fertigungstechnik, Feinwerkkonstruktion und Optik gezielt
auf Arbeitfelder im gesamten Spektrum der Industrie hinzielt, wird in der
zweiten Richtung durch Fächer wie z.B. Kunststofftechnologie, Produktentwicklung,
Rheologie, Design auf eine Tätigkeit in Richtung Betriebsmittel und
Gerätekonstruktion mit Schwerpunkt in der Kunststofftechnik vorbereitet.
In der Richtung Kunststofftechnik wurde der Wahlpflichtbereich im Hinblick
auf die Anforderungen der Wirtschaft um Fächer aus den Wirtschafts-
und Sozialwissenschaften erweitert.
Im 5. und 8. Fachsemester sind Praxissemester in der Industrie vorgesehen
(im 8. Semester als Diplomarbeit). Praxissemester im Ausland werden vom
Fachbereich ausdrücklich empfohlen und unterstützt. Hier kann
dieser Studiengang von den guten Erfahrungen aus dem "Nachbarstudiengang"
Biomedical Engineering profitieren. Um einen Eindruck von dem zu gewinnen
was einen Studenten im Praxissemester erwartet, kann man die Kurzberichte
lesen.
Der Studiengang Feinwerktechnik ist auf die anderen Studiengänge
des Fachbereichs abgestimmt , so dass Transfermöglichkeiten bis zum
4. Semester ohne Zeitverlust möglich sind. Die einzelnen Fächer
sind nach dem ECTS (European Credit Transfer System)
bewertet und beschrieben, so dass auch Fächer, die an anderen Hochschulen
im In- oder Ausland absolviert werden, unbürokratisch wechselseitig
anerkannt werden können.
Nach erfolgreichem Abschluss des Studiums wird der Titel Dipl.-Ing.
(FH) vergeben, der insbesondere in der Industrie hoch anerkannt ist. International
ist dieser Titel mit einem "hochwertigen" Bachelor vergleichbar (B.Sc.
with honors, B.Eng. with thesis etc.).
Aufbau des Hauptstudiums:
(für Vorlesungsinhalte siehe Vorlesungsverzeichnis,
genauere Informationen siehe Prüfungsordnung)
Mikro- und Feinwerktechnik:
| Lehrveranstaltung |
Semesterwochenstunden |
ECTS-Credits |
| Steuerungstechnik |
4 |
4 |
| Regelungstechnik |
5 |
5 |
| Datenverarbeitung 2 |
4 |
6 |
| Aktorik 2 |
4 |
4 |
| Aktorik 1 |
3 |
3 |
| Mikrotechnik 1 |
4 |
6 |
| Mikrotechnik 2 |
4 |
6 |
| Sensorik |
3 |
3 |
| Werkstoffe der Mikrotechnik |
2 |
2 |
| Fertigung 2 |
4 |
4 |
| Fertigungsmeßtechnik |
3 |
3 |
| Kunststofftechnologie 1 |
4 |
4 |
| Konstruktion |
4 |
4 |
| Konstruktionsübungen |
4 |
8 |
| Technische Optik |
4 |
4 |
| Optische Nachrichtenverarbeitung |
2 |
2 |
| Meßtechnik 2 |
5 |
5 |
| Qualitätssicherungssysteme |
4 |
4 |
| Nachbereitung zum 1. Praxissemester |
2 |
- |
| Projekt zum 2. Praxissemester |
4 |
- |
| Recht |
2 |
2 |
| Technikfolgenabschätzung |
4 |
4 |
| Wahlpflichtfächer im Hauptstudium |
7 (verteilt über HS) |
7 |
Für das 5. Semester ist das Praxissemester vorgesehen, und im 8.
Semester wird die Diplomarbeit angefertigt.
Kunststofftechnik:
| Lehrveranstaltung |
Semesterwochenstunden |
ECTS-Credits |
| Regelungstechnik |
5 |
5 |
| Datenverarbeitung 2 |
4 |
6 |
| Fertigungsmeßtechnik |
3 |
3 |
| Fertigung 2 |
4 |
4 |
| Kunststofftechnologie 1 |
4 |
4 |
| Kunststofftechnologie 2 |
4 |
4 |
| Design |
2 |
2 |
| Chemie der Kunststoffe |
2 |
2 |
| Rheologie der Kunststoffe |
2 |
2 |
| Strömungslehre |
4 |
4 |
| Thermodynamik |
3 |
3 |
| Konstruktion |
4 |
4 |
| Konstruktionsübungen |
4 |
8 |
| Produktentwicklung |
2 |
2 |
| Qualitätssicherungssysteme |
4 |
4 |
| Umweltsimulations- und -meßtechnik |
6 |
8 |
| Werkstoffprüfung |
4 |
6 |
| Nachbereitung zum 1. Praxissemester |
2 |
- |
| Projekt zum 2. Praxissemester |
4 |
- |
| Wahlpflichtfächer |
Angewandte Werkstoffwissenschaften
oder:
Fertigung und Konstruktion |
8 (verteilt über das HS) |
8 |
| Wirtschaft und Recht |
4 (verteilt über das HS) |
4 |
| Gesellschafts- und Sozialwissenschaften |
3 (verteilt über das HS) |
3 |
| Wahlpflichtfächer |
|
4 |
Für das 5. Semester ist das Praxissemester vorgesehen, und im 8.
Semester wird die Diplomarbeit angefertigt.
[vorherige Seite]
|