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Biomedical Engineering


allgemeine Informationen zur Feinwerktechnik

[Internationale Ausrichtung] [Einsatzmöglichkeiten] [Qualifikationsziele] [Studienangebot und -aufbau] [Prüfungsordnung]

Was ist eigentlich Biomedical Engineering?

Biomedical Engineering oder Biomedizinische Technik ist ein breites interdisziplinäres Forschungsgebiet und ein expandierender, innovativer Industriezweig. Es umfasst im wesentlichen die Naturwissenschaften, das Ingenieurwesen sowie die Mathematik und die Informatik. Die im Team arbeitenden Ingenieure und Ärzte entwickeln eine Reihe von hochtechnologischen Produkten und Verfahren für eine bessere Gesundheitsfürsorge, deren Nutzung von weitreichender volkswirtschaftlicher Bedeutung ist.

Die Medizintechnik ist ein anwendungsorientiertes Teilgebiet der Biomedizinischen Technik. Sie umfasst im wesentlichen drei Gebiete:

Dot Medizinprodukte für den Einsatz außerhalb des menschlichen Körpers zur Diagnose und Therapie von Erkrankungen, z.B. Überwachung der Herzfunktion (EKG-Monitor), Röntgenanlage, Kernspintomographie, Narkosegerät, Infusionspumpe, Hochfrequenzchirurgiegerät, Herz-Lungen-Maschine, Rehabilitationshilfen etc.
Dot Implantate als technische "Ersatzteile" für defekte Körperfunktionen, z.B. implantierbare Herzschrittmacher oder Insulinpumpen, künstliche Hüftgelenke, Prothesen, von Nerven kontrollierte Greif- oder Gehhilfen etc.
Dot Organisationsverfahren zum Aufrechterhalten eines definierten Sicherheitsniveaus von z.B. Entwicklungs- und Produktionsprozessen (Qualitätsmanagementsystem) oder von Geräten und Anlagen (Instandhaltung).
MedTech1

Internationale Ausrichtung

Die heutige Ingenieurausbildung bedarf einiger Weiterentwicklungen, um die Anforderungen an die Industrie in den nächsten Jahrzehnten zu erfüllen.

Erfolgreiche Marktdurchsetzung auf einem umkämpften Weltmarkt erfordert zukünftig mehr internationale Zusammenarbeit der Unternehmen sowohl untereinander als auch mit international wirkenden Dienstleistern wie Prüflaboratorien, Qualitätsauditoren, Einkaufs- und Vertriebsorganisationen etc.

Erfolgreiche internationale Zusammenarbeit kann nur mit Mitarbeitern gelingen, die einen entsprechenden Erfahrungsbereich besitzen. Dafür bilden wir Ingenieure mit zusätzlichen Qualifikationen aus, die den einzelnen befähigen, an der Gestaltung von Gemeinschaftsprojekten mit internationalen Partnern aktiv mitzuarbeiten.

Kulturelle Kompetenz wird in den nächsten Jahren eine wichtige Schlüsselqualifikation werden. Viele Ingenieure werden in mehr als einem Land arbeiten, häufig in zeitlich begrenzten Projekten. Heute statten wir unsere Absolventen mit hervorragenden Fähigkeiten zur Kommunikation, internationaler Teamarbeit und exzellenten Englischkenntnissen aus.

Der Internationale Studiengang vermittelt diese Fähigkeiten, die nur außerhalb der heimatlichen Hochschule wirksam und eindrucksvoll erfahren werden können. Der Fachbereich Feinwerktechnik hat einen Studiengang gebildet, in dem ohne Studienzeitverlängerung im Hauptstudium neben der exemplarischen Vertiefung in das Gebiet der Medizintechnik und durch Vorbereitung und Durchführung mindestens eines berufspraktischen Studiensemesters im Ausland, verbunden mit einem spezifischen theoretischen Studiensemester, die internationalen Qualifikationen vermittelt werden. Dies geschieht z.Z. mit Unterstützung von zwei ausländischen Partnerhochschulen, der Hanzehogeschool Groningen und der School of Engineering der University of Hertfordshire in Hatfield. Mit weiteren Hochschulen in Europa, z.B. in Dänemark, Frankreich, den Niederlanden und Portugal, sowie in den USA werden entsprechende bilaterale Absprachen angestrebt.

Welche Einsatzmöglichkeiten haben Sie und wie sieht das spätere Berufsbild aus?

Seit 1985 werden Absolventen des Studiengangs Feinwerktechnik mit dem Schwerpunkt Medizinische Apparatetechnik hervorragend vom deutschen Arbeitsmarkt aufgenommen. Die breite technische Ausbildung eröffnet ihnen vielfältige Einsatzgebiete in der Industrie, wie auch in Bereichen des öffentlichen Gesundheitswesens. Für die Tätigkeiten eines Ingenieurs, der zusätzlich für einen internationalen Wettbewerb ausgebildet wurde, sei hier nur eine exemplarische Beschreibung einiger wichtiger Tätigkeiten gegeben:

Dot Als Mitglied in einem Konstruktionsteam entwickeln Sie Produkte, die unmittelbar mit Patienten in Berührung kommen und bei deren Realisierung Sie nicht nur Kenntnisse der Elektronik, Mechanik und der Werkstoffe benötigen, sondern darüber hinaus auch die humanbiologischen Besonderheiten eines Menschen berücksichtigen müssen.
Dot Als Ingenieure in der Produktion planen Sie die technischen und organisatorischen Abläufe unter besonderer Berücksichtigung erhöhter Sicherheitsanforderungen, wie sie insbesondere für Medizinprodukte erforderlich sind, aber in gleicher Weise auch in der Luft- und Raumfahrt anzutreffen sind. In der Regel haben Sie es hier mit einer Vielzahl von internationalen Zulieferern zu tun oder sind für Teilproduktionen an ausländischen Produktionsstandorten zuständig.
Dot Im Marketing verbinden Sie Ihr ingenieurmäßiges Verständnis technischer Systeme mit vertieften Kenntnissen über die Anwendung am Patienten. Hier beobachten Sie die weltweiten Marktentwicklungen. Aufwendige Qualitätsmanagementsysteme und Zertifizierungsverfahren erfordern ihre Zusammenarbeit mit weltweit arbeitenden Prüfinstituten.
Dot Als Berater in einem Ingenieurbüro planen Sie die Ausstattung von klinischen Abteilungen nach geltenden nationalen Vorschriften, aber in Kenntnis der zukünftigen Entwicklung von internationalen Standards, die sich durch die europäische Integration immer schneller auf die nationalen Vorschriften auswirken.
Dot Als Vertriebsingenieur eines weltweit anbietenden Herstellers von Medizinprodukten sind Sie in der Lage, Ihren Kunden sachgerecht und kompetent die Vorteile Ihres Produktes im internationalen Wettbewerb zu erläutern.

Welche Qualifikationsziele verfolgt der Studiengang Biomedical Engineering?

Der Studiengang Biomedical Engineering ist ein technischer Studiengang. In Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern wird eine breite ingenieurwissenschaftliche Ausbildung verbunden mit der Vermittlung von Schlüsselqualifikationen, die für eine europäische Zusammenarbeit und einen weltweiten Wettbewerb der Unternehmen erforderlich sind. Im Studiengang ist eine der beiden Studienrichtungen "Entwicklung und Produktion im internationalen Verbund" sowie "Internationales Projektmanagement" zu wählen.

Im Grundstudium wird eine ingenieurwissenschaftliche Basis gelegt auf den Gebieten Konstruktion, Elektrotechnik, Physik, Chemie und Mathematik, ergänzt durch eine fachorientierte Fremdsprachenausbildung. Im Hauptstudium wird sie anwendungsorientiert vertieft durch mikromechanische, optische, elektronische und werkstoffkundliche, aber auch durch physiologische und mikrobiologische Kenntnisse und Verfahren.

Die in den letzten beiden Studienjahren vorgenommene Schwerpunktbildung auf Medizintechnik vertieft die Fähigkeit, die Kenntnisse der technischen Zusammenhänge mit sicherheitsrelevanten Auswirkungen zu verknüpfen und zu beurteilen.

Über die Studienziele dieser Ingenieurausbildung hinaus

Dot vermittelt Biomedical Engineering Kenntnisse und Erfahrungen bezüglich der kulturellen und industriellen Eigenarten des Partnerlandes,
Dot führt zu Schlüsselqualifikationen, wie Sprachkompetenz, Kommunikationstechniken, Teamarbeit und
Dot erhöht den Spaß am Studium durch das Erlebnis, in einem internationalen Team kreative Problemlösungen zu erreichen.

Das erfolgreiche Studium wird abgeschlossen mit dem Grad eines Diplomingenieurs (FH), ein ergänzender Abschluss mit dem akademischen Titel der Partnerhochschule, z.B. Bachelor of Science der University of Hertfordshire ist möglich.

Wie sieht das Studienangebot aus, mit dem diese Ziele erreicht werden sollen?

Die Regelstudienzeit beträgt 8 Semester. Studienbeginn ist jeweils das Wintersemester. Die Lehrveranstaltungen des Grundstudiums (1. - 3. Semester) werden gemeinsam mit den Studienrichtungen Medizintechnik, Umwelttechnik sowie Mikro- und Feinwerktechnik angeboten. Sie vermitteln eine grundlegende Ausbildung auf folgenden Fachgebieten:

Dot Ingenieurwissenschaftliche Disziplinen (Konstruktion u. Fertigung, Elektrotechnik, Technische Mechanik, Werkstoffkunde, Messtechnik)
Dot Physik, Chemie
Dot Mathematik, Datenverarbeitung
Dot Fremdsprachen.

Eine genaue Übersicht der Lehrveranstaltungen befindet sich bei den Informationen über das Grundstudium.

Die Lehrveranstaltungen des Hauptstudiums bereiten im 4. Semester sowohl auf internationales Management (fremdsprachliches technisches Seminar, Vertiefung der Fremdsprache, Projektarbeit), als auch auf die nichttechnischen Besonderheiten der Medizintechnik, die humanbiologischen Grundlagen (Physiologie, Mikrobiologie, Hygiene) vor.

Die weiteren technischen Fächer des (4. und 7. Sem.) werden unter Berücksichtigung des Studienschwerpunktes an der Partnerhochschule individuell aus den Pflichtveranstaltungen der Studienrichtung Medizintechnik ausgewählt. Einen Eindruck von dem was einen erwartet kann man in den Erlebnisberichten von Studenten gewinnen.

Für Student/innen/en des Studienschwerpunktes "Entwicklung und Produktion im internationalen Verbund" findet ein einjähriger Studienabschnitt (5. und 6. Sem.) im Ausland statt, der sich in ein berufspraktisches Studiensemester und ein theoretisches Studiensemester an einer Partnerhochschule untergliedert. Unsere Partner sind z.Z. die Hanzehogeschool Groningen und die University of Hertfordshire in Hatfield (80 km nördlich von London). Die Prüfungsordnung gestattet aber auch einen unkomplizierten Wechsel an eine fremde Hochschule, mit der noch keine Kooperationsvereinbarungen bestehen.

Für Student/innen/en des Studienschwerpunktes "Internationales Projektmanagement" wird das berufspraktische Studiensemester im Ausland (5. Sem.) durch ein theoretisches Studiensemester (6. Sem.) mit spezifischen wirtschaftlichen Inhalten am Standort Wilhelmshaven der FH Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven ergänzt.

Das 7. Sem. bzw. das vorletzte Studiensemester absolvieren Student/inn/en beider Studienschwerpunkte wiederum an ihrer Heimathochschule. Im letzten Semester wird im Rahmen eines Praxissemesters außerhalb der eigenen Hochschule die Diplomarbeit angefertigt.

Der Aufwand zur organisatorischen Vorbereitung des Studienteils im Ausland ist durch die spezielle Prüfungsordnung erheblich vereinfacht. Dennoch verbleibt ein erhebliches persönliches Engagement und auch Mehraufwand des/der Studenten/in für die Realisierung seines/ihres Auslandsstudiums:

Dot

Hohe Mobilität:

  • Wechsel an die ausländische Partnerhochschule nach dem 4. Semester,
  • Rückkehr an den Standort Wilhelmshaven der FH Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven nach einem Jahr im Ausland,
  • Diplomarbeit im 8. Semester außerhalb des Standortes Wilhelmshaven der FH Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven.
Dot Intensives Erlernen einer (ggf. zweiten) Fremdsprache.
Dot Engagement im Austauschprogramm.
Dot Höhere finanzielle Aufwendungen, auch wenn diese durch Stipendien der EU oder durch höheres Auslands-BAFöG aufgefangen werden.

Die Student/innen/en der ausländischen Partnerhochschulen werden nach einer zweijährigen Studienzeit an ihrer Heimathochschule für ein Jahr Student/innen/en des Standortes Wilhelmshaven der FH Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven. Sie gewinnen zunächst in einem 20-wöchigen Praxissemester einen Einblick in die industrielle Umsetzung der Technik und können während dieser Zeit ihre Sprachfähigkeiten verbessern. Es schließt sich ein Theoriesemester an. Anschließend kehren sie für das Abschlussjahr und das Abschlussexamen an ihre Heimathochschule zurück. Sofern sie in Wilhelmshaven die vorgesehenen Prüfungsleistungen bestanden haben, erhalten sie nach ihrem erfolgreichen Abschluss an der Heimathochschule zusätzlich den akademischen Grad eines Dipl.-Ing. (FH).

Aufbau des Hauptstudiums:

(für Vorlesungsinhalte siehe Vorlesungsverzeichnis, genauere Informationen siehe Prüfungsordnungen)

BME "Entwicklung und Produktion im Internationalen Verbund"

Lehrveranstaltung Semesterwochenstunden ECTS-Credits
Fremdsprachen 4 4
Projekt 3 5
Technisches Seminar, fremdsprachl. 4 6
Grundlagen apparatemed. Anwendungen 3 3
Hygiene in der Medizintechnik 2 2
Mikrobiologie 4 6
Physiologie 2 2
Wahlpflichtfächer: Entwicklung und Produktion 12 (verteilt über HS) 12
Wahlpflichtfächer: Naturwissenschaftl. Technik 10 (verteilt über HS) 10
Wahlpflichtfächer: Recht und Organisation 6 (verteilt über HS) 6
Wahlpflichtfächer: Aus dem Block BME 9 (verteilt über HS) 9

Im 5. und 6. Semester befindet sich der Student im Ausland, entweder für ein Studienjahr, oder für ein Studiensemester und ein Praxissemester.

BME "Internationales Projektmanagement"

Lehrveranstaltung 4. Semester
V/L
ECTS-Credits
Fremdsprachen 4 4
Projekt 3 5
Technisches Seminar, fremdsprachl. 4 6
Grundlagen apparatemed. Anwendungen 3 3
Hygiene in der Medizintechnik 2 2
Mikrobiologie 4 6
Physiologie 2 2
Wahlpflichtfächer: Internationales Management 20 (verteilt über HS) 20
Wahlpflichtfächer: Entwicklung und Produktion 15 (verteilt über HS) 15
Wahlpflichtfächer: Naturwissenschaftl. Technik 12 (verteilt über HS) 12
Wahlpflichtfächer: Recht und Organisation 6 (verteilt über HS) 6
Wahlpflichtfächer: Aus dem Block BME 9 (verteilt über HS) 9

Im 5. Semester befindet sich der Student an einer Partnerhochschule im Ausland.


Prüfungsordnung

Aktuellere und genauere Informationen zum Aufbau und Ablauf des Studiums stehen in der jeweiligen Prüfungsordnung:

  • Immatrikulation von WS 96/97 bis SS 98 als PDF
  • Immatrikulation von WS 98/99 bis SS 00 als PDF
  • Immatrikulation ab WS 00/01 als PDF


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