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Wichtige Info
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Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven

Standort Wilhelmshaven
Fachbereich Ingenieurwissenschaften 


Forschungsvorhaben gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie

Verbundprojekt „Ausbreitung von Energiequalitätsbeeinflussungen durch dezentrale Anlagen zur Elektroenergieerzeugung in Verteilungsnetzen“

Laufzeit des Vorhabens:
01.08.1999 – 31.01.2002

Verbundpartner:

WINDTEST Kaiser-Wilhelm-KoogGmbH
Sommerdeich 14b
25709 Kaiser-Wilhelm-Koog

Einleitung und Gesamtziel

Die energiepolitischen und -rechtlichen Rahmenbedingungen haben sich mit der politischen Zielstellung des Ausstiegs aus der Atomenergie sowie der Neuordnung des europäischen Binnenmarktes für Elektrizität qualitativ geändert. Die dadurch verursachten Wirkungen führen zu tiefgreifenden, langfristigen, widersprüchlichen und komplexen Umgestaltungen in der Energiewirtschaft.
Ein Teil der Umgestaltungsprozesse bezieht sich auf Technologien zur dezentralen und CO2-armen oder -freien Erzeugung von Elektroenergie. Neben den umwelt-, klima- und energiepolitischen Motiven zum breiteren Einsatz dieser Technologien werden auch vor dem Hintergrund einer veränderten wirtschaftlichen Gewichtung von Kapital- und Betriebskosten wirtschaftliche Motive verstärkt an Bedeutung gewinnen.
Neben Technologien zur Kraft-Wärme-Kopplung und Verstromung von Biogas u.ä. Energieträgern hat die Technologie der Windenergieanlagen ihre großmaßstäbliche Anwendbarkeit zwischenzeitlich erreicht. Weitere Technologien befinden sich in der Entwicklung. Insgesamt ist davon auszugehen, daß Technologien für eine umfangreiche dezentrale Elektroenergieerzeugung zur Verfügung stehen und weitere in der Zukunft folgen. Darüberhinaus ist ihr verstärkter Einsatz festzustellen.

Folge dieser Entwicklung ist jedoch, daß der umfangreichere Einsatz derartiger Technologien (z.B. in Form von Windenergieanlagen) technische Wirkungen bei ihrer Integration in Energiesysteme verursachen, welche

  • zu einer Beeinflussung der Qualität der Elektroenergie in Verteilungsnetzen sowie deren Betreibbarkeit führen können sowie
  • die großräumige Leistungsbilanz zu beeinflussen beginnen (sog. kapazitätswirksame Effekte) und damit auch für Belange der Übertragungsnetze und Großkraftwerke von Bedeutung sind.
Das vorliegende Projekt beschäftigt sich mit der Beeinflussung der Energiequalität in Verteilungsnetzen durch dezentrale Anlagen zur Elektroenergieerzeugung. Deren Quantifizierung und Vorhersage sollen untersucht und verbessert werden. Parallel dazu sollen die Erfahrungen in die Normenerstellung eingebracht werden, die im internationalen Rahmen (IEC) derzeit abweichend von den in Deutschland gängigen Methoden vorangetrieben wird.
Endprodukt soll ein Softwarewerkzeug zur Berechnung der Ausbreitung von Energiequalitätsbeeinflussungen durch dezentrale Anlagen zur Elektroenergieerzeugung in Verteilungsnetzen sein.
Das Projekt wird von zwei Parteien bearbeitet, deren Arbeitsschritte aufeinander abgestimmt werden. Die Partner sind die Fachhochschule Wilhelmshaven mit den beiden Laboren für Elektrische Energieversorgung sowie für Leistungselektronik und EMV und die WINDTEST Kaiser-Wilhelm-Koog GmbH.
 

Wissenschaftliche und technische Arbeitsziele des Vorhabens

Die Einhaltung bestimmter minimaler Standards für die Energiequalität ist vor dem Hintergrund der volkswirtschaftlichen Abhängigkeit von der Elektroenergieversorgung unverzichtbar. Mit der zunehmenden Anzahl und Leistung sowie dem immer flächendeckenderen Einsatz von dezentralen Elektroenergieerzeugungsanlagen wird das quantitative Maß der Beeinflussung der Energiequalität durch diese jedoch immer umfangreicher. Daraus resultiert das ständig zunehmende Interesse verschiedener Interessengruppen an einer genaueren Berücksichtigung der Auswirkungen der Netzintegration z.B. von Windenergieanlagen im Rahmen von Netz- und Projektplanungen.
Die z. Z. bzgl. der Netzintegration dezentraler Erzeugungsanlagen in der Praxis angewendeten Meß- und Berechnungsgrundlagen wurden erarbeitet, als diese Anlagen sowohl hinsichtlich ihrer Leistung als auch ihrer Anzahl noch ‘Ausnahmen’ in den Energiesystemen bildeten. Während die Grenzen der Messungen bei der Erfassung höherfrequenter Störungen erreicht wurden, werden die Grenzen der Berechnungsgrundlagen in den letzten Jahren insbesondere in Norddeutschland dort sichtbar, wo der Anteil der Windenergieleistung partiell sogar den der Lastleistung übersteigt und Rückspeisungen in das Hochspannungsnetz auftreten.
Die Erarbeitung weiterreichender Meß- und Berechnungsverfahren ist deshalb ein seit mehreren Jahren zu beobachtender Prozeß, in welchen auch die Antragsteller involviert sind. (Vgl. detailliertere Beschreibung des Status-quo in Kapitel 4 sowie Arbeiten der Antragsteller.)
Im Ergebnis dieser u.a. auch geförderten F/E-Arbeiten sind sowohl Meßkonzepte als auch Modelle für Energiesysteme sowie Berechnungsmethoden geschaffen worden, welche eine wesentlich genauere Erfassung und Berechnung der Beeinflussung der Energiequalität in Verteilungsnetzen durch dezentrale Erzeugungsanlagen ermöglichen können. Die Probleme bestehen in der derzeitig noch wesentlich zu geringen Anwendungserfahrung sowie Bewertung der erreichbaren Genauigkeiten und Grenzen dieser weiterentwickelten Meß- und Berechnungsmethoden.
Die Ziele für das beantragte Teilprojekt bestehen deshalb in:
 
  • der Messung der Ausbreitung von Oberschwingungen in Verteilungsnetzen, welche durch dezentrale Anlagen zur Elektroenergieerzeugung verursacht werden,
  • der Messung der Ausbreitung von Spannungsschwankungen in Verteilungsnetzen, welche durch dezentrale Anlagen zur Elektroenergieerzeugung verursacht werden,
  • der Entwicklung bzw. Abstimmung von Berechnungsalgorithmen zur Berechnung der Ausbreitung von Spannungsänderungen, Flickerstörpegel sowie niederfrequenter Oberschwingungen;
  • der Berechnung der Ausbreitung der Energiequalitätsstörungen
  • dem Vergleich der Berechnungsergebnisse mit den Messungen.
Damit werden Hilfsmittel geschaffen, die praktisch beliebige Netzkonfigurationenen und dezentrale Einspeisungen berechnen können und damit eine Prognose für die Entwicklung der Energiequalität für diese Verteilungsnetze zulassen. Mit der Erstellung dieser Möglichkeit wird die Integration von dezentralen Energieerzeugern in die bestehenden Verteilungsnetze wesentlich gefördert und die Diskussion um technisch mögliche Einspeisepunkte auf eine solide Grundlage gestellt.
Die zur Zeit in Deutschland angewendeten Verfahren zur Bestimmung der elektrischen Eigenschaften von Windenergieanlagen werden in der internationalen Normenarbeit des IEC derzeit stark angegriffen. Es besteht die Gefahr, daß in Deutschland gängige und abgestimmte Verfahren durch die internationale Normenarbeit aufgeweicht werden. Insbesondere sind bestimmte Einflußfaktoren auf die Spannungsschwankungen durch Windenergieanlagen international noch stark umstritten, insbesondere die Turbulenz des Windes, eine für das Binnenland interessante Kenngröße. Parallel zu den Messungen der Ausbreitung der Spannungsschwankungen sollen daher auch diese Einflußfaktoren untersucht werden.
 

Zwischenbericht 1999

gemäß Nr. 3.1 BNBest-BMBF 98

Zuwendungsempfänger:
Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven
Standort Wilhelmshaven
Friedrich-Paffrath-Straße 101
26389 Wilhelmshaven

Förderkennzeichen:
0329855A

Vorhabensbezeichnung:
Verbundprojektes „Ausbreitung von Energiequalitätsbeeinflussungen durch dezentrale Anlagen zur Elektroenergieerzeugung in Verteilungsnetzen“

Laufzeit des Vorhabens:
01.08.1999 – 31.01.2002

Berichtszeitraum:
01.08.1999 – 31.12.1999
 

1. Aufzählung der wichtigsten wissenschaft!ich-technischen Ergebnisse und anderer wesentlicher Ereignisse


Teilgebiet Netzberechnung

Schwerpunkte der Projektbearbeitung im Bereich der Berechnung von Energiequalitätsausbreitungen waren im Berichtszeitraum

- die Weiterentwicklung des Programms zur Berechnung transienter Netzvorgänge
- die Abstimmung des Netzbereichs, welcher zum Vergleich mit den Messungen einer dynamischen Netzberechnung zugrunde gelegt werden soll.

Programmentwicklung

Der zu berechnende Mittelspannungsnetzbereich zeichnet sich durch durch eine größere Anzahl magnetisch gekoppelter Mehrphasenbetriebsmittel aus (Leitungen, Transformatoren, Asynchronmaschinen). Hinsichtlich des maschinell zu erzeugende expliziten Zustandsmodells führt dieser Sachverhalt zu Untermatrizen mit vollständiger Besetzung. Die Algorithmen zur Erzeugung dieser Untermatrizen bildeten den programmtechnischen Arbeitsschwerpunkt während der Berichtszeit.

Die notwendige Berücksichtigung mehrerer rotierender elektrischer Maschinen im Zustandsmodell verhindert die effektive Nutzbarkeit von Koordinatentransformationen. Folge sind nichtlineare Systemmatrizen, welche nach Linearisierung positive Eigenwerte aufweisen. Begonnen wurde mit der Analyse der Auswirkungen dieses Sachverhaltes auf die Stabilität des Simulationsmodells.

Netzanalyse

Im Rahmen der Abstimmungen zwischen den Partnern des Verbundprojektes mit dem regionalen Energieversorgungsunternehmen EWE AG konnte die EWE AG gewonnen werden, Messungen zur Ausbreitung von Energiequalitätsbeeinflussungen in ihrem Netz kostenlos zu ermöglichen. Derzeit befindet sich der Prozeß der Identifikation des am besten geeigneten Netzbereichs in der Endabstimmung. Darüber hinaus beginnen die Arbeiten zur Bestimmung der Modellparameter des Netzbereiches

Teilgebiet Oberschwingungen

Als Untersuchungsgebiet wurde dem Projekt von der EWE Aktiengesellschaft, Oldenburg, das Mittelspannungskabelnetz der Betriebsabteilung Norden zur Verfügung gestellt. Aus diesem Netz wurde der Bereich zwischen dem Umspannwerk (UW) Lütetsburg, der Innenraumschaltanlage (ISA) Neßmersiel und der ISA Hage ausgewählt. In diesem Bereich verfügt das Netz über eine Windlast von ca. 7,7 MW, außerdem werden weitere 15 MW direkt am UW Lütetsburg eingespeißt.

Bei starker Windlast entsteht zwischen dem Bereich des UW Lütetsburg und dem des UW Westeraccum eine starke Verschiebung der Spannung zueinander. Dieses Problem soll im Laufe des Projektes mit untersucht werden. Für eine Simulation ist dieser Bereich sehr interessant, da hier eine reine Kabelstrecke ohne Verbraucher / Erzeuger existiert.

Für die Messungen wurde ein weiteres Netzqualitäts–Analyse-System der Firma HAAG vom Typ EWS 130 mit einem GPS-Empfänger beschafft. Das System ermöglicht Dauermessungen von Oberschwingungen mit deren Komponenten (z.B. Strom, Spannung, Leistung, Winkel). Der GPS-Empfänger ermöglicht die Synchonisation von mehreren Geräten dieses Systems. Dadurch sind z.B. die Meßergebnisse von beiden Kabelenden vergleichbar.

Bei einem Test mit dem HAAG EWS 130 im Labor für Leistungselektronik an einem B6-Wechselrichter wurde ein Wirkleistungsverhalten der Oberschwingungen festgestellt, was den bisherigen Theorien und Veröffentlichungen im Bezug auf Erzeuger und Verbraucher widerspricht. Zu diesem Punkt sind in naher Zukunft weitere theoretische und praktische Untersuchungen und eine Veröffentlichung geplant.

Die meßtechnische Untersuchungen werden im April / Mai 2000 beginnen.
 

2. Vergleich des Stands des Vorhabens mit der ursprünglichen (bzw. mit Zustimmung des Zuwendungsgebers geänderten) Arbeits-, Zeit- und Ausgabenplanungen.


Es wurde nach Rücksprache mit dem Projekträger BEO eine Änderung der Mittelverteilung durch verzögerten Projektbeginn vorgenommen. Insbesondere bei der Personalbesetzung gab es große Schwierigkeiten. Eine BAT 2a-Stelle konnte leider trotz entsprechender Ausschreibung nicht besetzt werden. Wir konnten die Mittel deshalb nicht wie beantragt ausgeben. Für die Stellenbesetzung wurde dann auf eine hausinterne Lösung zurückgegriffen und aus Projektmitteln finanziert. Die von uns beantragte Änderung des Finanzierungsplanes ist bewilligt worden und uns mit dem Schreiben vom 05.11.1999 vom BMWT zugegangen.
 

Eine Übersicht über die Projektausgaben entnehmen Sie bitte den Anlagen.
 

3. Haben sich die Aussichten für die Erreichung der Ziele des Vorhabens innerhalb des angegebenen Ausgabenzeitraums gegenüber dem ursprünglichen Antrag geändert (Begründung)?


Nein, die Aussichten für die Erreichung der Ziele des Vorhabens haben sich nicht verändert.
 

4. Sind inzwischen von dritter Seite Ergebnisse bekannt geworden, die für die Durchführung des Vorhabens relevant sind? (Darstellung der aktuellen lnformationsrecherchen nach Nr 2.1 BNBest-BMBF 98


Informationsrecherchen werden zur Zeit bezüglich der Frequenzabhängigkeit von Modellen elektrotechnischer Betriebsmittel durchgeführt. In Abhängigkeit von den Ergebnissen, werden spezielle Datenbankrecherchen vorgenommen.
 

5. Sind oder waren Änderungen in der Zielsetzung notwendig?


Nein, Änderungen in der Zielsetzung sind nicht notwendig.
 

6. Fortschreibung des Verwertungsplans. Dieser soll, soweit im Einzelfall zutreffend, Angaben zu folgenden Punkten enthalten (Geschäftsgeheimnisse des Zuwendungsempfängers brauchen nicht offenbart zu werden):


Erfindungen/Schutzrechtsanmeldungen und erteilte Schutzrechte, die vom Zuwendungsempfänger oder von am Vorhaben Beteiligten gemacht oder in Anspruch genommen wurden, sowie deren standortbezogene Verwertung (Lizenzen u. a.) und erkennbare weitere Verwertungsmöglichkeiten.

Erfindungen/Schutzrechtsanmeldungen sind bis zu diesem Projektzeitpunkt noch nicht notwendig gewesen.
 

Wirtschaftliche Erfolgsaussichten nach Projektende (mit Zeithorizont) - z.B. auch funktionale/wirtschaftliche Vorteile gegenüber Konkurrenzlösungen. Nutzen für verschiedene Anwendergruppen/-industrien am Standort Deutschland. Umsetzungs- und Transferstrategien (Angaben soweit die Art des Vorhabens dies zuläßt).

Wirtschaftliche Erfolgsaussichten nach Projektende sind zu diesem Projektzeitpunkt nicht anders als im Antrag formuliert einzuschätzen.

Wissenschaftliche und/oder technische Erfolgsaussichten nach Projektende (mit Zeithorizont) - u.a. wie die geplanten Ergebnisse in anderer Weise (z.B. für öffentliche Aufgaben, Datenbanken, Netzwerke, Transferstellen etc.) genuzt werden können. Dabei ist auch eine etwaige Zusammenarbeitmit anderen Einrichtungen, Firmen, Netzwerken, Forschungsstellen u. a. einzubeziehen.

Wissenschaftliche und/oder technische Erfolgsaussichten nach Projektende sind zu diesem Projektzeitpunkt nicht anders als im Antrag formuliert einzuschätzen.

Wissenschaftliche und wirtschaftliche Anschlußfähigkeit für eine mögliche notwendige nächste Phase bzw. die nächsten innovatorischen Schritte zur erfolgreichen Umsetzung der Ergebnisse.

Wissenschaftliche und wirtschaftliche Anschlußfähigkeit ist zu diesem Projektzeitpunkt noch nicht hinreichend einschätzbar.
 
 
 


Ansprechpartner:
Prof. Dipl.-Ing. A. Burgholte Prof. Dr.-Ing. V. Diedrichs